Perfektion ist Langeweile

Jork Weismann gilt als einer der besten Modefotografen unserer Zeit – für Unit F rückte er die 9 Festival Kampagne in ein aufregendes Bild. Ein Gespräch über das Identitätsproblem der Österreicher, darüber, wie man aus der Geldnot eine (Werbe)Tugend macht und wie man ohne Karibik-Hintergrund auskommt.
 ©Albert Handler

Wie wird man vom Autodidakten zum besten Modefotografen im deutschsprachigen Raum?
Im Endeffekt war das eine ganz einfache Entscheidung. Ich hab gehört, was Fotografen verdienen. (lacht) … Ich bin in der 7. Klasse aus der Schule geflogen, die Abendmatura hab ich auch vor der letzten Prüfung abgebrochen. Fotografiert habe ich immer schon, das hat mir mein Vater beigebracht. Ich bin dann nach Paris gegangen, hab mich mit Tests für Modelagenturen über Wasser gehalten und drei/ vier Jahre bei Freunden auf der Couch geschlafen. Ich war auch beim Modefestival in Hyères, das ist eigentlich das Sprungbrett – hab aber die drei Tage am Meer verbracht, anstatt wie gedacht bei meinen Bildern zu sitzen. Das hat mir niemand gesagt. Nach Paris bin ich nach London, dort hab ich schon in der ersten Woche einen Job bekommen – eine Modestrecke für Independent. Ich hab viel für Magazine wie Purple, Self Service oder Dazed gemacht, tolle Magazine, die aber nichts zahlen. Aus Geldmangel musste ich zurück nach Wien, wo mir ein befreundeter Fotograf erzählt hat, er verdiene das ganze Geld mit Werbung. Irgendwie hat sich das dann einfach alles gut entwickelt ...

Könnten Sie bitte kurz das Konzept zur Kampagne des „9 festival for fashion & photography“ erläutern?
Eigentlich hab ich so gut wie nie ein Konzept. In der Mode genügt es mir zu wissen, machen wir es on location oder im Studio. Bei mir passiert alles am Set. Hier ging es im Endeffekt darum, das Festival zu bewerben, es sollen Bilder sein, die die Leute anschauen. Das weibliche Model mag ich wahnsinnig gerne, mit ihr hab ich schon viel gearbeitet, sie hat entweder etwas total Verletztliches oder sehr Hartes. Er ist auch ein super Typ, hat ein gutes Gesicht, ist nicht so ein Sunnyboy. Das Büro als Ort hab ich ausgesucht, für mich ist die Location sowieso drittrangig – die meisten Bilder mache ich direkt bei mir vor der Haustür. Es geht um die Person, die macht das Bild aus, der Hintergrund ist eine Hilfe. Das mit den großen Sets in der Karibik hab ich nicht so. Blöd eigentlich ... (lacht).

Das ganze Interview lesen Sie in der Wien live Ausgabe: Mai 2009 >>>

 

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