ABC Hot Couture - Thang de Hoo

Thang de Hoo weiß, was Frauen wünschen und schenkt ihnen raffinierte Abendroben. Keiner kennt die Gesetze des roten Teppichs besser als der Lieblingscouturier der Society
 ©Marco Rossi

Eine schlichte schwarze Metalltür in einer unscheinbaren Seitenstraße im fünften Bezirk weist den Weg zum derzeit wohl erfolgreichsten Designer des Landes. Doch unmittelbar dahinter – in einem ebenso schmucklosen Innenhof – erfährt der Besucher schon einen ersten Vorgeschmack auf den ihn erwartenden Glamour. Denn zum Atelier führt ein aus hellem Holz gefertigter etwa 30 Meter langer Laufsteg. Der durchaus ironisch gemeinte Zugang lässt einen für wenige Sekunden tagträumerisch im Glauben, modelgleich über den Laufsteg zu schweben. So kommen die Kundinnen in der Regel schon mit einem breiten Lächeln bei Thang de Hoo an. Und dieser empfängt sie mindestens genauso freundlich. Noch im Untergeschoß der weitläufigen Räumlichkeiten, in denen drei Mitarbeiterinnen emsig an der Fertigung textiler Kostbarkeiten arbeiten, wird Kaffee gereicht. In Regalen an den Wänden schwarze Boxen, in denen der Designer holländisch-chinesischer Provenienz mit Vorliebe Materialien und Unterlagen aufbewahrt, dazwischen Kleiderpuppen mit den Highlights seiner Kreationen – und ein schmaler Mauervorsprung voller Zeitungs- und Magazin-
ausschnitte, die sein Wirken dokumentieren. Über eine schmale Wendeltreppe geht es hinauf in den ersten Stock, wo sich seine Arbeitsräume befinden. Hier denkt er nach, entwirft, führt die Geschäfte und bittet zum Gespräch.

KARRIERE MADE IN AUSTRIA.
Thang de Hoo absolvierte in Holland ein Modekolleg, arbeitete danach als Freelancer für verschiedene Labels und kam 1987 über eine langjährige Freundin, die ihm einen Job bei einer international tätigen Textildruckerin verschaffte, erstmals nach Wien. 1990 eröffnete er sein erstes Studio, 1995 schloss er dieses wieder und ging zurück in die Niederlande. Drei Jahre später bot ihm Liska, auf Vermittlung von Jeannine Schiller, die er bis heute einkleidet, einen Vertrag als Chefdesigner an. „Damals ist es so richtig losgegangen, ich habe mich auch ernsthaft entschlossen, mein Vagabundenleben aufzugeben und sesshaft zu werden. Ich denke, es ist wichtig, sich dem Ort, an dem man arbeitet, auch zu widmen“. Bei Liska lernte er die heimische Prominenz kennen, die Arbeit machte großen Spaß. „Doch nach fünf Jahren wollte ich mich nicht mehr ausschließlich auf Pelze konzentrieren und habe begonnen, auch Abendkleider zu entwerfen“. 2002 gewann er den Wien Couture Preis, danach stattete er TV-Moderatorin Mirjam Weichselbraun für die ersten zwei Staffeln der „Dancing Stars“ aus – „das war der Anfang vom Erfolg“. Schon bald standen die modebewussten Damen der Gesellschaft Schlange, um sich von Thang de Hoo entweder eine Robe nach Maß schneidern zu lassen oder eines seiner Kollektionsteile zu erstehen.


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