Im Rennen um den Oscar

Der Wiener Christoph Waltz wurde beim Filmfestival in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet. Kritiker prophezeien dem Inglourious Basterds“-Star zur Palme noch ein goldenes Männchen

 ©Universal

Dass er Österreicher ist, wussten selbst hierzulande viele nicht, was damit zusammenhängen mag, dass Christoph Waltz fast ausschließlich in Deutschland dreht und seit vielen Jahren in London lebt. Dabei konnte man den „gebürtigen Wiener“, wie man seit seinem Triumph in Cannes nun gerne betont, auch in seiner Heimatstadt manchmal beobachten. Zum Beispiel im Café Sperl, wo er unerkannt und unbehelligt sitzen konnte. Berühmt ist ohnehin kein Begriff, mit dem sich der bald 53-jährige Schauspieler, der das Handwerk am Max Reinhardt Seminar und am Lee Strasberg Institute in New York erlernte, assoziiert. „Was heißt das schon?“, meinte er einmal in einem seiner seltenen Interviews, „heißt das, nicht mehr S-Bahn fahren zu können, ohne erkannt zu werden? Dass ich nur Dinge mache, die ich machen will? Das macht keiner. Dass ich irrsinnig viel Kohle verdiene? Das kann man auch vergessen!“
Wiewohl sich sein Marktwert in dutzenden Film- und Fernsehproduktionen kontinuierlich steigerte. Meist wurde Waltz als zwielichtiger Bösewicht oder labiler Melancholiker besetzt. In vielen Nebenrollen, aber auch als Hauptakteur. Für seine Darstellung des innerlich zerrissenen Schlagerstars in „Du bist nicht allein – Die Roy Black Story“ erhielt er 1997 den Bayerischen Filmpreis, 2001 folgte der Adolf-Grimme-Preis für die Rolle des Oetker-Kidnappers im Film „Der Tanz mit dem Teufel“. Und so hätte es für Christoph Waltz wohl noch lange weiter gehen können: Ausgebucht, ausgezeichnet, aber nie richtig in der ersten Liga.

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