Es ist weit nach Mittag, und Christian Kolonovits hat noch nicht einmal gefrühstückt. Dabei ist der bekennende Work-aholic, der im Kellerstudio seines Hauses in der Döblinger
Krottenbachstraße täglich bis 4 Uhr früh arbeitet, schon seit Stunden auf den Beinen. Somit lüftet sich auch gleich das Geheimnis, wie sich der 57-jährige Komponist, Arrangeur und
Produzent so schlank hält, Nahrung ist ihm zweitrangig, vielmehr lebt er von der Musik, die für ihn Energie ist. „Im Grunde ist es wie Meditation, sich mit Tönen zu befassen“, erklärt
er freundlich. Musik machen zu können sei in den meisten Fällen ein Geschenk des Universums.
Erst recht dann, wenn man diesen Enthusiasmus mit Freunden teilen kann, wie im Falle der jahrzehntelangen fruchtbringenden Kooperation mit Wolfgang Ambros, den er Anfang der 70er Jahre
kennen lernte und mit dem gemeinsam er 1971 im Rahmen der Festwochen-Produktion „Fäustling“ erstmals künstlerisch tätig war. Schon bei Ambros’ zweiter LP fungierte der junge Kolonovits
als Produzent – „und schon damals wollte er, dass ich ihm ein paar Streicher schreibe.“ Bei vielen weiteren auf Platte gepressten Erfolgen der „Nummer Eins vom Wienerwald“ tat er dies
ebenso, dennoch dauerte es fast vier Jahrzehnte, ehe sich das Duo entschloss, mit dem Album „ultimativ symphonisch“ Wolfgang Ambros ein orchestrales Denkmal zu setzen.
60 MUSIKER. 14 LIEDER.
„Es wäre früher finanziell auch gar nicht möglich gewesen“, so Christian Kolonovits, „obwohl Wolfgang immer Respekt vor der Klassik hatte. Schon auf der LP ,Eigenheiten’ gab es ein
kleines Streichorchester.“ Vor drei Jahren habe man erstmals darüber gesprochen, seine großen Songs mit einem Symphonieorchester neu aufzunehmen, der Produzent wählte 40 Titel aus, von
denen sich Ambros dann für 14 entschied.
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