ABC des guten Geschmacks - Weinkunde

Ossi Schellmann, gastronomischer Dauerbrenner der Wiener Szene, stammt aus einer Gumpoldskirchner Hauerdynastie, die seit 1683 Wein anbaut. Wer, wenn nicht er, sollte sich mit dem Rebensaft auskennen?
 ©Severin Wurnig

Seine Beziehung zum Wein habe schon im zarten Kindesalter begonnen, erinnert sich Wiens Parade-Szenegastronom Ossi Schellmann. Wobei er natürlich nicht meint, dass er schon als Kind Zierfandler statt Kracherl getrunken hat, sondern er denkt an die Arbeit im Weingarten zurück: „Ich komme aus einer Gumpoldskirchner Weinhauerfamilie, die schon seit 1683 Wein anbaut. So bin ich mit dem Wein aufgewachsen, schon als Kind und als Jugendlicher mit dem Vater in den Weingarten gegangen und habe gelernt, die Weinstöcke und die Scholle – im besten Sinne des Wortes – zu lieben. In unserer Buschenschank habe ich schon früh sehr viel mitgearbeitet, dadurch gastronomische Praxis erworben und frühzeitig den richtigen Umgang, das richtige Servieren des Weines gelernt. Als ganz junger Bursch bin ich nach Frankreich gegangen und habe dort eine Sommelierausbildung gemacht, um mein Weinwissen zu erweitern, und mit 17 Jahren habe ich die staatliche Sommelierprüfung abgelegt. Dann war ich eineinhalb Jahre in Italien und habe dort alles über italienische Weine gelernt.“

Das österreichische Weinwunder.
Ausgerüstet mit so viel internationaler Erfahrung, kam Ossi zurück nach Hause: „Nach dem so genannten Weinskandal, man erinnert sich vielleicht noch an die Rolle, die damals das Glykol gespielt hat, begann das Österreichische Weinwunder. Unser Weingut Schellmann war eines der ersten, wo schon Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre trockene und naturbelassene Weine hergestellt wurden. Wir sind damals belächelt worden, weil alle anderen den Wein noch aufgezuckert haben.“

Auf Weinkultur geschaut.
Als 21-Jähriger eröffnete Ossi Schellmann 1977 in Wien das „U4“, das heute noch Kultstatus besitzt: „Wir haben im U4 gute Schellmann-Weine gehabt, was damals ein bisschen ungewöhnlich und daher umso wichtiger war. Aber wir führten auch Gobelsburger Messwein und gute Tropfen vom Jamek. Es haben also auch bei der damaligen Jugendkultur und sogar im Underground gute Weine eine große Rolle gespielt.“

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