ABC des guten Geschmacks - Sayonara im Tenmaya

Japanische Gäste auf Wienbesuch kommen gerne ins Tenmaya, um hier „Washoku“, die klassisch japanische Küche zu genießen. Doch sie haben es oft allzu eilig. Dabei könnte man hier stundenlang verweilen …

 ©Marco Rossi

Nur ein paar Schritte entfernt vom Trubel der Kärntnerstraße taucht man ein in die trotz aller Geschäftigkeit zu den Haupt-Essenszeiten doch immer ruhige, beinahe kontemplative Atmosphäre des japanischen Restaurants Tenmaya. Dass es dieses Lokal in Wien seit 1991 überhaupt gibt, hat eine charmante Vorgeschichte.

Alles begann mit dem Opernball.

Es war einmal eine junge, musikbegeisterte Japanerin, Tochter des Herrn Ibaragi, der eine japanweite Kette von Hotels und riesigen Einkaufszentren samt entsprechender kulinarischer Infrastruktur betreibt.
Die musikbegeisterte junge Japanerin kam hauptsächlich wegen der Oper nach Wien, die sie hier beinahe täglich besuchte. Tatsächlich gelang es ihr auch, sich für die Eröffnung des Opernballs im Jungdamen- und Herrenkomitee zu qualifizieren.

Ein eigenes Restaurant.
Und weil ihr Herr Papa praktisch denkt und es gewöhnt ist, Nägel mit Köpfen zu machen, eröffnete er gleich einmal eine Dépendance seiner japanischen Restaurantkette Tenmaya in Wien in kommoder Gehweite von der Staatsoper, damit seine Tochter und auch die japanischen Freunde auf die Spezialitäten ihrer gewohnten Küche nicht verzichten müssen. Das Tenmaya war und blieb übrigens die einzige Lokalgründung außerhalb von Japan, die Herr Ibaragi je vorgenommen hat. So kam es, dass heute die zahlreiche japanische Community, die hier in großen Firmen und im diplomatischen Dienst beschäftigt ist, ebenso ein zweites Wohn-Esszimmer bekam wie die japanischen Touristen, die hier sehr gerne einkehren, um im fremden Europa die vertrauten Genüsse der klassischen japanischen Küche „Washoku“ vorgesetzt zu bekommen, ehe sie weiter eilen – morgen nach Venedig, übermorgen nach Paris …
An der Spitze der gut aufeinander eingespielten Tenmaya-Truppe stehen die Geschäftsführer Riichiroh Uchida und Andreas Fuith sowie als Küchenchef Maasaki Shinazawa aus Hokkaido. Andreas Fuith, 39, geboren im burgenländischen Großpetersdorf, hat seine ersten Branchenerfahrungen während des Jus-Studiums gesammelt, als er in Wien im Marriott, im Steirereck und im Stomac jobbte. Schließlich war er schon so in der Gastronomie verankert, dass er die Jurisprudenz sein ließ und sich ganz für die Gastronomie entschied.
Durch zahlreiche Studienreisen nach Japan eignete er sich subtile Kenntnisse der dortigen Ess- und Trinkgewohnheiten an. Er kann sich nicht nur ausgezeichnet mit seinen japanischen Gästen verständigen, sondern er sorgt vor allem dafür, dass sowohl das Wiener als auch das internationale Publikum das Gefühl hat, stilgerecht und authentisch verwöhnt zu werden.

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