Wo Köche gern speisen

Die meiste Zeit verbringen sie im eigenen Reich – darum brauchen auch Spitzenköche manchmal Tapetenwechsel

 ©Steve Haider

Kim kocht oder geht ins Kaffeehaus
Soyhi Kim, seit vielen Jahren Wahlwienerin und hier auch glücklich verheiratet, wird ihr Imperium nahe der Volksoper bald um einen tollen Verkaufsladen auf dem Naschmarkt erweitern. Sie ist ungeheuer beschäftigt mit ihren beiden Lokalen und gibt auch Kochkurse, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Zum Ausrasten und zur Stärkung zwischendurch geht sie am liebsten ins Café Weimar in der nahen Währingerstraße.

Heinz Reitbauer jun. bei Andi Wojta
Ob Sie es glauben oder nicht: Dieses Foto dokumentiert eine Premiere. Gefragt, wo er gern zum Essen hinginge, wenn er einmal nicht in seinem „Steirereck“ kocht, antwortete Heinz Reitbauer jun., Wiens einziger 4-Hauben-Koch: „Zu Andi Wojta ins Minoritenstüberl tät‘ ich gern gehen, bin aber noch nie dazugekommen.“ Für Wien live machte er sich auf den Weg zu seinem Freund, ließ sich ein Fleischlaberl mit Erdäpfelpüree schmecken und eilte zufrieden wieder an den eigenen Herd …

Meinl-Gradwohl mag‘s auch asiatisch
Joachim Gradwohl, der sensible Kochstar des Restaurants im ersten Stock des „Meinl am Graben“ und Autor eines phantastisch schönen Kochbuchs, kocht und speist in seiner kargen Freizeit am liebsten zu Hause. Manchmal bleibt er jedoch auch in der Nachbarschaft, wenn er einmal einen Tapetenwechsel wünscht. Dann geht er nur einen Häuserblock weit zum YOHM am Petersplatz, wo er bei leichter, asiatischer Kost Erholung von der Arbeit am heißen Herd findet und gern mit Kollegen plaudert.  

Wini Brugger: kroatisch statt asiatisch
Wini Brugger, Gastgeber im noblen Asien-Olymp „Indochine 21“, weiß alles über die feine Küche von Vietnam & Umgebung, so ist er natürlich auch ein ausgesprochener Feinspitz, was frisch zubereiteten Fisch anbelangt. Diesem Gusto frönt er, wenn nicht im eigenen Lokal, dann am liebsten bei den kroatischen Kollegen im Restaurant Kornat, wo Fisch und Meeresfrüchte so schmecken, wie Wini Brugger sich das vorstellt. 

Lisl im Weissen Rauchfangkehrer
Es kommt ja nicht oft vor, dass Lisl Wagner-Bacher und ihr Ehemann Klaus ihr schönes Reich, das Landhaus Wagner in Mautern an der Donau, verlassen. Umso mehr genießen sie es, wenn manchmal an einem Ruhetag ein Ausflug nach Wien auf dem Programm steht. Nach einem Bummel durch die Innenstadt kehren sie gern im noblen und gemütlichen Traditionslokal „Zum weißen Rauchfangkehrer“ in der Weihburggasse auf Salzburger Nockerln ein.

Reinhard Gerer: Umar mag man eben
Reinhard Gerer, Koch-Urgestein und nun im eigenen Restaurant „Magdalenenhof“ am Bisamberg mit viel Freude zugange, zieht es in seiner kargen Freizeit gern auf den Naschmarkt und hier vor allem ins stets von quirligem Leben erfüllte Fisch-Spezialitätenrestaurant der fröhlichen türkischen Brüder Erkan und Gökhan Umar.

Domschitz bei Huth
Christian Domschitz hat nach Jahren als Küchenchef im Ambassador und im Traditionshaus „Zum Schwarzen Kameel“ nun einen Wirkungskreis gefunden, der ihm und seinen Gästen besonders viel Freude macht: Das schöne „Vestibül“ im Burgtheater, wo der kreative Perfektionist derzeit zur Höchstform seines Lebens aufläuft. Wenn er jedoch mit seiner Partnerin Veronika Doppler einmal woanders hingehen möchte, dann spaziert man ins gemütliche Gasthaus „Huth“ in der Schellinggasse in Wien 1, wo nicht nur die Sonntagsöffnung und die vortreffliche Wiener Küche locken, sondern auch die von allen geliebte „Frau Lotte“.  

Die Eselböcks gehen gern zum Grünauer
Vier-Hauben-Kochstar Walter Eselböck und seine weinkundige Gattin Eveline haben mit ihrem kleinen Imperium, auf das ihr Restaurant „Zum Taubenkogel“ im burgenländischen Schützen am Gebirge mittlerweile angewachsen ist, meist alle Hände voll zu tun. Wenn sich jedoch einmal ein Ausflug nach Wien ausgeht, dann kehren sie am liebsten im gemütlichen Gasthaus Grünauer in der Hermanngasse im 7. Bezirk ein.

Plachutta besucht Niky
Auch im Reich von Koch-Doyen Ewald Plachutta (Plachutta Hietzing) herrscht durch die rührige Expansion seines Juniors Mario (Plachutta Wollzeile und Nussdorf) kein Mangel an eigenen Kulinarik-Tempeln. Wenn Ewald Plachutta dennoch einmal ausgeht, dann am liebsten zu seinem alten Freund aus gemeinsamen „Drei Husaren“-Zeiten Nikolaus Kulmer in dessen opulente „Kuchlmasterei“ in Wien 3. 

Johanna am Naschmarkt
Johanna Maier und ihr Ehemann Dietmar, Patrons des mit vier Hauben ausgezeichneten „Hubertus“ im salzburgischen Filzmoos, schaffen es auch nicht allzu oft nach Wien. Wenn sie jedoch hier sind, bummeln sie am liebsten über den Naschmarkt und machen gern mehrere Einkehr-Stationen. Höhepunkt ist aber immer ein Besuch im legendären Feinkostladen „Urbanek“, ein Schwätzchen mit Chef Gerhard und den Söhnen Thomas und Daniel sowie eine Jause mit warmem Roastbeef und Beinschinken.

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