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Genuss

Wein findet Stadt

Anita Lechowski

Wien wird im März und April zum absoluten Wein-Mekka. Bei zahlreichen Events kann man verkosten, genießen unter hinter die Kulissen blicken.

Wein findet Stadt – ganz nach diesem Motto erstrecken sich im Wiener Stadtgebiet 680 Hektar Weinbaufläche. Ob vom Wienerwald, dem lehmig-sandigen Donauboden, dem kalkreichen Muschelkalk Boden am Nussberg, oder den tiefgründigen, schweren, nährstoffreichen Böden in Grinzing: die berühmten Lagen, der zu Gänze innerhalb der Stadtgrenze liegenden Anbauflächen, heben die individuelle Persönlichkeit der Weine hervor.

„Das Image des Weines ist vielfältig, ausschlaggebend dafür sind die unterschiedlichen Lagen. Die Boden- und Klimaverhältnisse machen den Charakter des Weines aus“, erklärt der Weingut Cobenzl-Leiter Thomas Podsednik.

Bühne frei für den Weinjahrgang 2011

Die ersten Frühlingsvorboten, die jungen, leichten Weine, sind schon am Markt. Ab März kommen die kräftigen Weißweine, die länger bei der Kelterung brauchen, und die Rotweine, die ein Jahr im Holzfass lagern, bevor sie in Flaschen gefüllt werden.

„Die bevorstehenden Weinevents sind eine gute Plattform für Interessierte, um zu verkosten, die Winzer kennenzulernen, aber auch um zu bestellen.“ Das Weingut Cobenzl selbst lädt heuer am 11. Mai zum Tag der offenen Kellertür. Von 11 bis 21 Uhr stehen Verkostungen und Führungen durch den Keller am Programm.

Klasse statt Masse

Das Angebot ist relativ gering, die Nachfrage wird immer größer: Das Verständnis für Qualitätswein hat sich gewandelt. Besonderer Wert wird auf die Weingärten und Keller gelegt. Podsednik: „Vom Viertelglas zum Wiener Wein im Topglas. Es kommt jetzt darauf an, wie viele Bouteilleflaschen man verkauft, nicht wie viele Viertel.“ Infolgedessen ist auch der Pro-Kopf-Verbrauch an Wein gesunken.

Stammersdorfs Neo-Winzer

Der Quereinsteiger Manuel Nössing begann erst mit dem Jahrgang 2009 den Weinolymp zu erklimmen und erfüllte sich so seinen Lebenstraum. Während seines Philosophie-Studiums fand er die Weisheit im Wein – mit Erfolg. Seine Schätze befinden sich auf den Hängen des Bisambergs, mittlerweile bearbeitet er zwei Hektar. Seit Mitte 2011 führt Nössing den Weinbaubetrieb hauptberuflich. „Der Jahrgang 2011 bringt zirka 15.000 Flaschen, mein Ziel ist es, die Produktion schnellstmöglich auf 30.000 bis 40.000 Flaschen auszuweiten.“

Die Weine des Neo-Winzers sind nicht immer typisch für Wien – statt leichte, fruchtige Weine produziert er auch kräftige, dichte Weißweine im Holzfass im „Burgundischen Stil“, wie zum Beispiel der Cuvée Bisamberg oder der Grüne Veltiner in den Breiten.

Qualität vom Weinbau Nössing

Als kleiner Betrieb stehen für Nössing die Eleganz und Ausgewogenheit sowie die klare Aromatik und die Sortentypizität der Weine im Vordergrund. Nach zahlreichen Goldmedaillen bei der AWC und beim Wiener Weinpreis, guten Kritiken und Bewertungen, wie zum Beispiel Falstaff, nimmt Manuel Nössing heuer auch an internationalen Wettbewerben im Ausland teil. „Für die Qualität der Weine steht auch die starke Präsenz in verschiedenen Lokalen und Restaurants der gehobenen Gastronomie wie etwa im Vestibül oder Le Loft.“

Den Event-Kalender für den Wiener Weinfrühling finden Sie hier!

Weingut Cobenzl

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