Premiere für Cats in St.Marx
Tanz, Mieze, tanz!
[Video] Let the Memory live again: Die Rückkehr von „Cats“ nach Wien versetzt ganz Österreich in Euphorie. Schirmherr Peter Weck über das Comeback des Musical-Knüllers, vergangene Zeiten und heutige Sichtweisen
Knapp 30 Jahre ist es her, dass der damalige Intendant Peter Weck mit singenden Katzen auf einer Müllhalde die (Wiener) Musicalszene aufmischte. Jetzt kehrt der „Cats“-Kult zurück an den Ort seiner deutschen Uraufführung. Und das, ganz dem Anlass entsprechend, nicht leise schnurrend, sondern im eigens gebauten Theaterzelt mit Rundbühne – spitze Ohren und leuchtende Augen inklusive.
Seit Dezember 2010 ist die Originalinszenierung, die am 11. Mai 1981 am New London Theatre im Londoner West End ihre umjubelte Weltpremiere feierte, in deutscher Sprache in Europa unterwegs. Nach Deutschland, Luxemburg und der Schweiz macht der Katzenball ab 29. Jänner in Wien Station. Wien live traf Schirmherr Peter Weck zum Talk.
Sie haben 1983 die Intendanz des Theaters an der Wien übernommen. Warum zum Einstand ein Katzen- Musical – noch dazu in deutscher Sprache?
Im Hinblick auf die längere Spielzeit wäre Englisch nicht besonders praktikabel gewesen. Ich wollte mit einem richtigen Knüller kommen. „Cats“ hat mit Tanz, Spiel und Gesang einen neuen Musicaldarsteller- Typ verlangt. Das war ausschlaggebend dafür, dass ich mir die Rechte besorgt habe. Ich entscheide viel aus dem Bauch heraus, das war auch bei „Cats“ so. Und der Erfolg gibt uns heute noch recht: Die „Cats“-Spielzeit in Wien wurde der großen Nachfrage wegen schon mehrmals verlängert, das Musical wird von 29. Jänner bis zum 28. Mai 2012 gespielt werden. Wie damals, da sind sie vom letzten Seitental aus Tirol gekommen wegen „Cats“, das war wie ein Bazillus, das musstest du gesehen haben. Ist doch schön, dass es so etwas noch gibt.
Hatten Sie als neuer Intendant völlig freie Hand?
Nur den Spielplan betreffend. Die Tourneeproduktion, die wir ab Jänner 2012 in Wien sehen werden, ist die Originalinszenierung – durch das Theaterzelt können wir diesmal auch mit Rundbühne spielen, so wie bei der Weltpremiere in London. Das konnten wir damals in einem unter Denkmalschutz stehenden Theater nicht. Wir haben die Guckkastenbühne sehr erfolgreich transponiert, ansonsten hat man natürlich urheberrechtlich die Zwangsjacke an. Aber wenn es so gut ist, muss man es ja nicht unbedingt verbessern.
Für die erste Eigenproduktion als Intendant – „Elisabeth“ – wählten Sie einen Wiener Stoff. Ein Muss für Sie?
Mir wurde vorgeworfen, Produktionen wie „Cats“, „Les Misérables“ oder „Phantom der Oper“ eins zu eins hierher zu bringen. Ich wollte qualitativ mit England und Amerika mithalten können und musste erst richtig Fuß fassen. Vorher hat man kaum Notiz genommen vom Musical in Wien. Wir waren dann in „Variety“ vertreten – und zwar bestens! Das war es, was ich wollte: die Aufmerksamkeit auf dieses Theater lenken und dann langsam übergehen zu Eigenproduktionen – und vom Importeur zum Exporteur werden. Bisher wurde der ganze Sissi-Stoff auch sehr verkitscht dargestellt. Wir wollten in dieser Beziehung viel härter werden, was wir auch geworden sind.
Sehen Sie nach „Elisabeth“ und „Rudolf – Affaire Mayerling“ noch Potenzial für weitere Habsburg-Geschichten?
Das fand ich ein bissl einfallslos, muss ich sagen. Ich hab gesagt, ich bin schon neugierig, wann‘s dem Ferdinand ein Musical schreiben … Ich hätte schon nach „Elisabeth“ kein Potenzial mehr gesehen.
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