Mehr als 40 Jahre nach seinem Tod ist Che Guevara so aktuell wie eh und je - allerdings als dekontextualisierter Allzweckrebell.

Die Figur wirkt ein wenig gedrungen und gebückt – so als ob das Gewicht der Welt auf ihr lasten würde. Mit der rechten Hand hält sie lässig ein Gewehr, der linke Arm ist einbandagiert. Ein lädierter Held, dessen revolutionärer Vorwärtsdrang gleichwohl unbeschädigt blieb: Der Blick ist in die Weiten utopischer Horizonte gerichtet, die Körperhaltung signalisiert Souveränität und Selbstbewusstsein. Ein Christus mit Knarre, ein Idealist, der sich mannhaft den Widrigkeiten des Seins entgegenstemmt, um sein Lebensprojekt der Verbesserung des Menschengeschlechts voranzutreiben. Endpunkt und Epiphanie eines kurzen, intensiven Lebens, das neben einigen Triumphen vor allem zahlreiche Niederlagen zu verzeichnen hatte: als Minister der Revolutionsregierung in Kuba kläglich versagt, im Kongo bei der Unterstützung der Rebellen gescheitert und in Bolivien schließlich erbärmlich zu Tode gekommen.
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BUCHTIPP:
CHÉ GUEVARA. Ich bin ein optimistischer Fatalist.
Von Thomas Mießgang. 2007, Fackelträger Verlag, € 19,95
Im Zusammenspiel von Originalzitaten und historischen Fotografien werden auf anschauliche Weise das ereignisreiche Leben Ché Guevaras, seine politischen Überzeugungen und persönlichen
Träume dargestellt.