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Wiener Wäschermädeln © Wiener Wäschermädeln

Ganz ohne Taktgefühl

Gepostet von Zissa Grabner
am Freitag, 01. Februar 2013

Beim Naschen von Wiener Wäschermädeln können Sie ruhig aus dem Takt kommen.

Ich liebe Traditionen. Das habe ich unlängst erst erwähnt, oder? Egal. Also, ich liebe Traditionen! Nämlich sowohl innerhalb als auch außerhalb meiner Küche. Eine dieser Traditionen sind Bälle. Keine Angst, ich verliere mich hier nicht in verträumtem Geschwafel über Walzer tanzen & Co., nur eines: Jeder Mann, absolut jeder, sieht in einem Frack oder einem Smoking einfach umwerfend aus. Grund genug für diese Liebe, würde ich mal sagen. Gern geschehen, liebe Männer! Wenn sich eine so schöne Tradition nun auch in meiner Küche abspielt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Die „Wiener Wäschermädeln“ stehen diesen Monat voll und ganz im Rampenlicht. Sie waren eigentlich fast schon in Vergessenheit geraten, wäre da nicht der Wiener Wäschermädelball. Wir lassen also die süßen Mädels tanzen, im Gschwandner und in meiner Kolumne. Denn sie sind jede Sünde wert. Sicher auch damals schon … denn die Wäschermädeln galten als besonders fröhlich und lebenslustig, deshalb widmete man ihnen eine Süßspeise. Wiener Wäschermädeln sind eine warme Mehlspeise mit frischen Marillen. Nun gibt es derzeit weit und breit keine frischen Marillen. Deswegen habe ich die frischen einfach durch die getrockneten ersetzt. Kurz eingeweicht, entfalten sie sich zu neuer Blüte. Der Backteig wird auch etwas abgewandelt vom Original, das Herzstück aus Marzipan bleibt jedoch gleich. Ich muss zugeben, ich bin nicht wirklich verrückt nach Marzipan, aber umschlossen von saftiger Marille und knusprig-flaumigen Teig, katapultiert mich allein der Gedanke daran schon auf Genusswolke 7!

1, 2, 3 … 1, 2, 3 … und aus der Reihe tanzen war noch nie so süß.

 

Z U T A T E N & A N L E I T U N G

Getroknete Marillen, ca. 100 g Marzipan, 140 g Mehl, 1 Pkg. Vnillezucker, 1/8 Milch, 2 EL Ö, 2 Eier (gtrennt), Öl zum Ausbacken, Stubzucker

  1. Marillen für 1–2 Stunden in warmen Wsser einweihen. Marzipan in kleine Kugeln rollen.
  2. Marillen seitlich einschneiden und mit einer Kugel Marzipan füllen.
  3. Eidotter mit Zucker, Milch und Öl vermengen. Gesiebtes Mehl dazu und zu einem Teig verrühren.
  4. Geschlagenen Eischnee unterheben.
  5. Marillen durch den Teig ziehen und in heißem Öl goldbraun backen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Staubzucker bestreuen.

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